Hochtemperatur-Supraleiter-Projekt auf Long Island geht in die zweite Phase - Partner feiern die erfolgreiche Inbetriebnahme des weltweit ersten Supraleiterkabels auf Übertragungsspannungsebene

  • Offizielle Zeremonie an der Holbrook-Trasse der Long Island Power Authority feiert den erfolgreichen Abschluss  der ersten Projektphase.
  • Zweite Phase wird kostengünstige 2G HTSL-Tapes nutzen und Muffentechnologie entwickeln.

  

Paris, 25. Juni 2008 – Nexans, das weltweit führende Unternehmen der Kabelindustrie, American Superconductor Corporation (AMSC), Air Liquide, die Long Island Power Authority (LIPA) und das US-Energieministerium haben heute den weltweit ersten Einsatz eines HTSL-Kabels (HTSL – Hochtemperatur-Supraleiter) in einem kommerziellen Stromnetz gefeiert. Die Partner konzentrieren sich nun auf die zweite Phase des LIPA- TSL-Kabelprojekts . Im Mittelpunkt stehen dabei der Einsatz eines neuen Kabels auf Basis der zweiten Generation (2G) von HTSL-Tapes, die das Potenzial eines kostengünstigeren Kabelsystems bieten, sowie die Entwicklung von Kabelverbindungsmuffen – mit dem Ziel, ein kommerzielles Produkt zu entwickeln, das für Übertragungsstrecken von mehreren Kilometern Länge geeignet ist.

„Long Island Power Authority hat großes Interesse an der Weiterentwicklung der Supraleiter-Technologie. Wir sind der weltweit erste Energieversorger, der ein HTSL-Kabelsystem in seinem Übertragungsstromnetz einsetzt", sagte Kevin Law, President und CEO bei LIPA.  „Wir sehen in supraleitenden Stromkabeln eine wichtige Option für unser Technologie-Portfolio, die uns helfen wird, die Zuverlässigkeit unseres Netzes weiter zu optimieren und dem wachsenden Energiebedarf unserer Kunden auch in Zukunft gerecht zu werden.“

Das im Stromnetz der LIPA installierte HTSL-Kabelsystem enthält haardünne, bandförmige HTSL-Drähte, die 150 Mal so viel Elektrizität wie Kupferdrähte ähnlicher Größe leiten.  Durch diese hohe Leistungsdichte benötigen HTSL-Kabel wesentlich weniger Draht und sind in der Lage, fünf Mal so viel Strom wie herkömmliche, kupferbasierte Kabel zu transportieren – und das in einer kleineren Trasse.  Die 600 m lange 138-kV-Stromverbindung, die aus drei parallelen HTSL-Kabelphasen besteht, wurde am 22. April 2008 in Betrieb genommen und ist in der Holbrook-Trasse von LIPA erfolgreich im Einsatz. Das Kabelsystem kann bei voller Auslastung bis zu 574 MVA Leistung übertragen und somit bis zu 300.000 Haushalte mit Strom versorgen.


Ziel des vom US-Energieministerium geförderten LIPA-Projektes ist der Testbetrieb eines HTSL-Kabels  im Übertragungssystem eines Energieversorgers unter realen Einsatzbedingungen. Das US-Energieministerium sieht in HTSL-Kabeln einen zentralen Bestandteil einer modernen „Elektrizitäts-Autobahn“, auf der es keine Engpässe gibt und die leicht in der Lage ist, Strom von weit entfernten Erzeugungsorten, wie z. B. Windparks, zum Kunden zu transportieren.

LIPA Kabel-Endverschluss

Das Kabelsystem, einschließlich der sechs Freiluftendverschlüsse für den Anschluss an das LIPA-Netz, wurde von Nexans entwickelt, hergestellt und verlegt. Der HTSL-Draht, den das Kabel verwendet, wurde von der American Superconductor Corporation (AMSC) gefertigt, die auch Hauptauf¬tragnehmer des Projekts ist. Air Liquide, das weltweit führende Unternehmen im Bereich Kryotechnik, lieferte das Kühlsystem für den Flüssigstickstoff.

„Nexans hat sich dem Ziel verpflichtet, der Energiebranche fortschrittliche Technologien zur Verfügung zu stellen. HTSL-Stromkabel zählen zu unseren vielversprechendsten Angeboten“, sagte Pascal Portevin, Chief Corporate Officer mit Verantwortlichkeit für den Bereich Strategic Operations, Nexans.  „Durch ihre einzigartige Fähigkeit, große Strommengen durch schmale Trassen zu transportieren, bieten supraleitende Kabel eine wichtige Lösung für die überlasteten Stromnetze in Städten und Ballungsräumen.  Der Erfolg der ersten Projektphase zeigt, dass wir eindeutig bereit sind, HTSL-Kabel auch im größeren Rahmen in den Stromnetzen von Energieversorgern einzusetzen.“

 

Zweite Phase des LIPA-Projektes

An der zweiten Phase des LIPA-HTSL-Projektes sind dieselben Partner wie zuvor beteiligt (Nexans, AMSC und Air Liquide). Die Einführung von HTSL-Tapes der zweiten Generation (2G), die deutlich weniger kosten als die HTSL-Leiter der ersten Generation aus der frühen Projektphase, wird für ein kostengünstigeres Kabelsystem sorgen – ein wichtiger Schritt hin zur Kommerzialisierung der HTSL-Kabeltechnologie.

Das bestehende HTSL-Kabel der LIPA ist 600 m lang. Da zukünftige, mehrere Kilometer lange Übertragungsstrecken voraussichtlich aus Kabelabschnitten von ähnlicher Länge bestehen werden, umfasst die zweite Projektphase auch die Entwicklung und den Test einer geeigneten Kabelverbindung.

 

LIPA Video Frank Schmidt Superconductivity

Frank Schmidt, Nexans Superconducting Cable Systems Manager, erzählt uns mehr über Superconductivity

 

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Über Nexans

Mit Energie als Grundlage seiner Entwicklung bietet Nexans, der weltweit führende Kabelhersteller, eine umfangreiche Produktpalette an Kabeln und Kabellösungen. Der Konzern ist ein Global Player auf den Märkten Infrastruktur, Industrie und Bauwesen und lokale Datenübertragungsnetze. Nexans ist auf unterschiedlichste Marktsegmente ausgerichtet, die von Energie, Transport und Telekommunikation über Schiffbau, Öl und Gas, Kernkraft, Automotive und Elektronik bis hin zu Luft- und Raumfahrt, Handling und Automatisierung reichen. Mit Herstellungsbetrieben in 39 Ländern und Büros und Vertretungen weltweit beschäftigt Nexans insgesamt 22.800 Mitarbeiter und hat 2007 einen Umsatz von 7,4 Mrd. Euro erwirtschaftet. Nexans ist ein an der Pariser Börse NYSE notiertes Unternehmen. Weitere Informationen finden Sie unter

www.nexans.de