Remmel: „Technologie aus NRW für die beschleunigte Energiewende“

Hürth, 2. Mai 2012 - Die heimische Industrie leistet mit innovativen Technologien einen wichtigen Beitrag zur beschleunigten Enerigewende im größten Bundesland.  „Klimaschutz ist einer der wichtigsten Wachstumsmotoren der Zukunft. Und hier hat NRW seine Stärken: Eine starke industrielle Basis und eine leistungsfähigen Forschungslandschaft. Das sind beste Voraussetzungen, um Klimaschutz-Technologien und Verfahren zu entwickeln, die sich im weltweiten Wettbewerb durchsetzen können. ’Klimaschutz – made in NRW’ kann zu einer starken Marke mit großen Wettbewerbsvorteilen werden und das wirtschaftliche Wohl unseres Landes sichern. Die Landesregierung will dies aktiv unterstützen und forcieren“, sagte NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel heute (2. Mai auf der 18. Station seiner Klimaschutztour. Mit Vertretern der EnergieAgentur.NRW informierter er sich bei Nexans SuperConductors GmbH (NSC) in Hürth  über Supraleiter, die bei der Energieversorgung von morgen eine Schlüsselrolle einnehmen können. Supraleiter ermöglichen einen effizienteren und Klima schonenden Umgang mit elektrischer Energie. Bei Betriebstemperaturen unter -180 °C übertragen sie verlustarm über hundertmal mehr Strom als konventionelle Kupferleiter – und gelten deshalb als Hoffnungsträger für die Versorgungsnetze von morgen.

Unter Supraleitung wird das Phänomen verstanden, dass bestimmte Materialien bei Unterschreiten einer kritischen Temperatur zu idealen Leitern werden, also ihren elektrischen Widerstand verlieren. „Auf dem Gebiet der Supraleitung gehört Deutschland zu den führenden Nationen, sowohl bei Forschung und Entwicklung als auch beim Bau von Lösungen. Da die innovative Technologie einen Beitrag zum Ressourcen- und Klimaschutz leisten kann, hat sie weltweit Akzeptanz und kann ähnlich wie die Windkraft zu einem Exportschlager werden", erläuterte NSC-Geschäftsführer Frank Schmidt. Mit Entdeckung von Hochtemperatur-Supraleitern (HTS), die sich mit flüssigem Stickstoff kühlen lassen, wurde die Supraleitung für industrielle und energietechnische Anwendungen attraktiv. HTS bieten sich zum Beispiel als Hoch- und Mittelspannungskabel an, da sie fünfmal mehr Strom transportieren als Kupferkabel – und dies bei geringen Verlusten. Dr. Stefan Rabe von der EnergieAgentur.NRW : „Supraleitungen sind eine wichtige Technologie, um die Herausforderungen der Energiewende zu meistern. Supraleiter können die Stromnetze in unseren Städten optimieren. Sie können außerdem die zunehmende Einspeisung elektrischer Energie aus erneuerbaren Quellen und dezentralen Erzeugungsanlagen vereinfachen oder erst möglich machen." Eines der wegweisenden aktuellen Nexans-Projekte ist "AmpaCity". Bei diesem mit Bundesmitteln geförderten Projekt wird im kommenden Jahr ein Hochspannungskabel zwischen zwei Umspannstationen der Stadt Essen durch eine moderne Supraleiterlösung auf Mittelspannungsebene ersetzen. Eine solche Lösung benötigt deutlich weniger Platz in der Innenstadt und ist effizienter als konventionelle Mittelspannungskabel. "Mit etwa einem Kilometer Länge wird es dann das weltweit längste Supraleiterkabel im Einsatz sein. Dass dies in NRW geschieht, ist Ausdruck für ein leistungsstarkes innovatives Milieu in unserem Bundesland", betonte Klimaschutzminister Remmel die Bedeutung des Projekts. Schmidt ergänzte: "Die Zahl an Supraleiter-Projekten in der Energietechnik hat soweit zugenommen, dass eine hohe Nachfrage nach Supraleiter-Drähten entstanden ist und Drahthersteller zum Ausbau der Produktionsanlagen motiviert werden. Es treten auch neue Drahtanbieter auf den Markt. Nun lautet das Ziel, Supraleiter-Drähte mit einer höheren Stromdichte zu niedrigeren Kosten herzustellen, um die technischen Vorteile des Materials noch besser ausschöpfen zu können und wirtschaftliche Systeme zu schaffen."

Neben den Supraleitern gehören die so genannten Strombegrenzer (Sicherungen für Übertragungs- und Verteilernetze) zum Nexans-Portfolio. Strombegrenzer helfen Netzschäden zu vermeiden, indem sie bei Überschreiten der kritischen Stromstärke – zum Beispiel durch Kurzschlüsse – den Strom binnen Millisekunden auf ganz bestimmte Werte begrenzen. Einspeisungen durch Windkraftanlagen oder Blockheizkraftwerke sind oft kompliziert, da die zulässigen Kurzschlussleistungen überschritten werden. Supraleitende Strombegrenzer ermögkichen können hohe Kurzschluss- und Anschlussleistungen realisiert werden ohne die Sicherheit von Netzen und Anlagen zu gefährden, erklärte der Minister.

Die Nexans SuperConductors GmbH wurde 1999 gegründet, sie ist eine Tochter der Nexans Deutschland GmbH, die  zum weltweit tätigen Nexans-Konzern – einem führenden Anbieter von Leitungen, Kabeln und Kabelsystemen – gehört. Mit seinen ca. 20 Mitarbeitern erarbeitet Nexans SuperConductors in Hürth zusammen mit etwa 20 weiteren Kollegen aus diversen Fachabteilungen an den Standorten Hannover, Halden (Norwegen) und Calais (Frankreich) innovative supraleitende Komponenten und Systeme. Zum Portfolio des Konzerns gehören Supraleiter-Massivteile, Supraleiter-Kabel sowie supraleitende Strombegrenzer.

Hürth ist die 18. Station der „NRW-Klimaschutztour“ von Minister Remmel. Ziel der Besuchsreihe ist es, das Augenmerk der Öffentlichkeit auf wichtige Zukunftstechnologien, Wachstumsmärkte und innovative Firmen im Bereich der Wirtschaft zu lenken, aber auch wichtige Projekte des Klimaschutzes, der Klimaanpassung und der beschleunigten Energiewende zu präsentieren sowie auf den fortschreitenden Klimawandel in NRW hinzuweisen. Der Auftakt der Tour war im Juli 2011. Im Fokus der Klimaschutztour 2012 von Minister Remmel steht im ersten Halbjahr der Klimawandel und wie die Folgen für NRW abgemildert werden können: Die Landwirtschaft muss sich auf veränderte Vegetationsperioden einstellen, Städte müssen ihre Bürgerinnen und Bürger vor den Folgen von Hitzeperioden in den Sommermonaten schützen, steigende Temperaturen von Flüssen stellen im Sommer Kraftwerksbetreiber vor Probleme und auch die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten verändert sich durch die Erwärmung. Das Umweltministerium lässt die Folgen des Klimawandels regelmäßig untersuchen und hat eine Vielzahl an Anpassungsmaßnahmen eingeleitet. Unter anderem zeigen die NRW-Klimakommunen Bocholt und Saerbeck beispielhaft Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen.

Weitere Informationen:

www.klimaschutztour.nrw.de
www.klimaschutz.nrw.de
www.EnergieAgentur.NRW.de

Zusätzliche Dokumente

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