Längswasserdichte VPE-Mittelspannungskabel

Warum längswasserdichte VPE-Mittelspannungskabel ?

Längswasserdichte VPE-Mittelspannungskabel werden von den deutschen Energieversorungsunternehmen neben Standardkabeln in Trassen eingesetzt, bei denen im Fall einer mechanischen Beschädigung mit dem Eindringen größerer Mengen Feuchtigkeit ins Kabel gerechnet werden muß, bei z.B.

* Hohem Grundwasserstand

* Strecken mit großem Niveauunterschied

Die Längswasserdichtigkeit bezieht sich dabei auf den Schirmbereich der Kabel.

Normung längswasserdichter VPE-Mittelspannungskabel

Längswasserdichte und nicht längswasserdichte VPE-Mittelspannungskabel sind seit 1987 Gegenstand der für VPE-Mittelspannungskabel verbindlichen deutschen Norm DIN VDE 0273 bzw. ab Dezember 1996 der DIN VDE 0276-620. In den genannten Normen gibt es allerdings keine speziellen konstruktiven Festlegungen für Kabel mit längswasserdichtem Schirmbereich. Es wird aber der Nachweis der Längswasserdichtigkeit gefordert (DIN VDE 0472 Teil 811, Prüfart B bzw. DIN VDE 0276-605).

Bisherige konstruktive Lösung

Für die Abdichtung des Schirmbereichs wurde Anfang der 80er Jahre eine Kombination aus quellfähigen Bändern und extrudiertem Innenmantel aus unvulkanisiertem Gummi gewählt. Maßgebend für den Einsatz einer extrudierten Schicht über den Schirmdrähten zur Abdichtung der Lücken zwischen den Drähten waren die seinerzeit noch nicht ausreichende Quellfähigkeit der Bändern und der zusätzliche Effekt, daß der Gummiinnenmantel die Längsschrumpfung des PE-Außenmantels behindert. Nachteilig war jedoch, daß durch den zusätzlichen Gummiinnenmantel die Aussagefähigkeit der Mantelprüfung beeinträchtigt wird. Durch den Innenmantel besitzen längswasserdichte Kabel außerdem einen um ca. 2 mm größeren Außendurchmesser gegenüber den Standardkabeln und ein höheres Gewicht (z.B. bei NA2XS(F)2Y 1X150 12/20kV ca. 250 kg/km zusätzlich).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die neue Lösung

 

Durch den technischen Fortschritt, der auch zu Weiterentwicklungen auf dem Gebiet der quellfähigen Materialien geführt hat, ist es nun möglich, längswasserdichte VPE-Mittelspannungskabel mit einer Konstruktion ohne Gummiinnenmantel zu fertigen. Die Abdichtung des Schirmbereichs wird dabei durch folgenden Aufbau erreicht:

 

* Stark quellende leitfähige Bänder unter den Schirmdrähten

* Kreppapierlagen über den Schirmdrähten

 

Bei dieser Konstruktion wird neben der großen Quellhöhe der modernen Quellvliesbänder das aus der klassischen Fernmeldekabelpraxis bekannte gute Quellvermögen des Papiers genutzt.

 

Das Kabel entspricht voll der Norm DIN VDE 0276-620.

Die zusätzliche Eigenschaft "Längswasserdichtigkeit" wird mit der Prüfung nach DIN VDE 0276-605/A1 nachgewiesen. Die Forderungen dieser Prüfung werden von den Kabeln der neuen Bauart mit großem Sicherheitsabstand erfüllt.

 

Die neuen längswasserdichten Kabel besitzen gegenüber den herkömmlichen Kabeln mit Gummiinnenmantel folgende Vorzüge:

 

* Abmessungen und Gewicht praktisch wie bei der Standardkonstruktion nach DIN VDE 0276-620: damit kleinerer Außendurchmesser und geringeres Gewicht

 

* Leichtere Legung und Montage

 

* Sichere Aussagen bei der Mantelprüfung

 

* PE-Mantel nicht mehr mit dem Gummiinnenmantel verklebt und damit voll recyclefähig.