HTS-Komponenten von Nexans bilden die Grundlage für das 12 Mio US $ teure Strombegrenzer-Projekt der US-Energiebehörde (DOE)

Paris, 18 November 2003 – Nexans erhielt den Zuschlag für die Lieferung der HTSL-Komponenten (Hochtemperatur-Supraleiter = HTSL) im Rahmen des 12 Mio. US$ teuren Matrix-Fehlerstrombegrenzer-Projekts (MFSB) der US-Energiebehörde (DOE).

Der Generalunternehmer für dieses Projekt ist die Firma SuperPower, Inc. Hierbei handelt es sich um eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Intermagnetics General Corporation (Nasdaq: IMGC), einem führenden Unternehmen auf dem Gebiet von Supraleiter-Anwendungen in der Energietechnik. Die neue Einrichtung basiert auf proprietärer Technologie, die von SuperPower, Inc. entwickelt wurde. Dabei handelt es sich um den weltweit ersten supraleitenden Fehlerstrombegrenzer auf Leitungsebene für eine Spannung von 138 kV. Im Jahr 2006 soll das Projekt mit der Installation der Einrichtung in einer Umspannstation seinen Höhepunkt finden.

Nexans liefert die HTSL-Komponenten für die neue Einrichtung. Bei der Herstellung dieser Komponenten setzt Nexans auf sein proprietäres, patentiertes Schmelzgussverfahren. Joachim Bock, Geschäftsführer der Nexans SuperConductors GmbH, dem Unternehmensbereich, der die Komponenten für das Projekt liefern wird, merkt an: “Die für das MFSB-Projekt entwickelten HTSL-Komponenten werden sich von den bisher von uns hergestellten Komponenten unterscheiden, da dieser neue Typ von Fehlerstrombegrenzer auch einen neuen Typ funktioneller Elemente erfordert. Wir sind seit mehr als 10 Jahren führend in der Entwicklung von HTSL-Komponenten für die Energietechnik und werden auch bei diesem Projekt auf unser erprobtes Schmelzgussmaterial vertrauen. Wir sind der Meinung, dass dies die beste technische Lösung für diese innovative Technologie darstellt, und vertrauen darauf, dass unser effizientes Fertigungsverfahren auch den wirtschaftlichen Erfolg des Matrix-Fehlerstrombegrenzers sicherstellen wird

Jean-Maxime Saugrain, Activity Manager im Geschäftsbereich Supraleiter von Nexans, erläutert:  “Wir glauben, dass unsere Partnerschaft mit SuperPower den logischen Zusammenschluss proprietärer Technologien darstellt und Synergieeffekte freisetzt, die schließlich dem Endverbraucher zum Vorteil gereichen werden. Gemeinsam mit den anderen Partnern bilden wir ein Entwicklungsteam der Weltklasse für dieses Projekt.”

Yvon Raak Executive Vice-President des Unternehmenbereichs Europa der Nexans Corporation, meint: "Die Marktchancen für supraleitende Fehlerstrombegrenzer sind enorm. Der Einsatz von Fehlerstrombegrenzern erfolgt zukünftig in Verbindung mit HTSL-Stromkabeln. Daher wird die Möglichkeit, unseren Kunden beide Lösungen anbieten zu können, die Position des Unternehmens als Key Player auf diesem schnellwachsenden Markt stärken

Philip J. Pellegrino, Präsident von SuperPower, meint, dass das MFSB-Projekt aufgrund der vom MFSB geforderten höheren Strombelastbarkeit weniger für die üblicherweise verwendeten Kabel oder Bandleiter geeignet ist, sondern beste Voraussetzungen für den Einsatz der Schmelzguss-Supraleiter von Nexans bietet. “Nexans ist der weltweit führende Hersteller von Schmelzgussmaterialien und wird in hohem Maße zur Verwirklichung unserer proprietären Entwürfe beitragen", erklärt Pellegrino. “Wir erwarten, dass diese Materialien in Verbindung mit unserer proprietären Matrix-Technologie zur Realisierung eines Fehlerstrombegrenzers führen, der Überlastungen auf Leitungsebene optimal widerstehen kann."

Anmerkungen

1 – HTSL-Komponenten von Nexans

Das im Rahmen des MFSB-Projekts verwendete HTSL-Material ist eine Keramikverbindung aus Bi (Wismut), Sr (Strontium), Ca (Kalzium) und Cu (Kupfer). Im Schmelzgussverfahren hergestellte supraleitende Teile werden bereits seit 1995 kommerziell für den Einsatz in Stromzuleitungen verwendet. Vor kurzem wurde diese Technologie für die Großserienherstellung von röhrenförmigen Bauteilen adaptiert. Diese werden in Form einer Doppelspirale geschnitten und verfügen somit über eine große aktive Länge bei kompaktem Design. Sie werden im Rahmen eines Projekts des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für den Bau eines resistiven 10 MVA SL-Fehlerstrombegrenzer-Demonstrators für die 10 kV-Netzebene eingesetzt. Die Einrichtung soll Ende 2003 unter Feldbedingungen von RWE (einem führenden Energieversorger) im deutschen Netz getestet werden.

2 – MFSB-Projekt

Der Matrix-Fehlerstrombegrenzer stellt einen völlig neuartigen Schutz des Netzes vor technischen Schäden dar, die heutzutage bisweilen aus Stromspitzen resultieren können.  Die kürzlich aufgetretenen großflächigen Stromausfälle verdeutlichen, dass das Energieversorgungsnetz der USA nicht mehr den Zuverlässigkeitsstandards entspricht, die die Wirtschaft erfordert.

Die US-Energiebehörde (DOE) trägt die Hälfte der mit US$ 12 Millionen bezifferten Projektkosten im Rahmen des SPI-Programms (Superconductivity Partnership Initiative) dieser Behörde. Das Electric Power Research Institute (EPRI), ein gemeinnütziges Forschungskonsortium, hatte zuvor bereits US$ 600.000 für das Matrix-Fehlerstrombegrenzer-Projekt beigesteuert.

Es ist ebenfalls vorgesehen, dass drei der wichtigsten Forschungseinrichtungen der US-Energiebehörde - die DOE-Labors in Argonne, Los Alamos und Oak Ridge - an diesem Projekt teilnehmen. Die Kompetenz dieser Einrichtungen auf dem Gebiet der Hochspannungstechnik, der Supraleittechnik und Analytik wird das technische Know-how von SuperPower und Nexans ergänzen.

 

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