Rohrkabel aus drei verseilten 110-kV-VPE-Kabeln vereinfacht die Sarnierung

Hannover, 16. April 2007 – Das 110-kV-VPE-Rohrkabel*), das Nexans voriges Jahr zur Hannover Messe präsentierte, konnte inzwischen seine wirtschaftliche Installation unter Beweis stellen: In zwei Sanierungsprojekten dient es nun als technische und kommerzielle Alternative zum papierisolierten Kabel.

Verbesserte Materialien gestatten vergleichbare Abmessungen
Das Rohrkabel wurde speziell für das Einziehen in bestehende Rohre konzipiert, unter anderem als Ersatz für Gasdruckkabel mit Papierisolierung. Dazu verfügt es über drei vollwertige 110-kV-VPE-Kabel mit Kupferdrahtschirm und Aluminiumschichtenmantel, die verseilt etwa vergleichbare Abmessungen haben wie ein papierisoliertes Kabel. In die Verseilung können weitere Elemente eingebracht werden, zum Beispiel LWL-Kabel**) zur Datenübertragung oder Temperaturüberwachung.
Möglich wurde der kompakte Durchmesser des Rohrkabels, da heutige Werkstoffe und Fertigungsverfahren geringe Wanddicken des Werkstoffs VPE bei gleicher Isolations-wirkung erlauben. Das Gesamtkabel besitzt eine Armierung aus Stahlflachdrähten, die das Einziehen auch größerer Längen in Rohrsysteme gestattet.

Höherer Stromtransport als bei papierisolierten Kabeln möglich
Der Vorteil des neuen VPE-Kabelsystems gegenüber einem papierisolierten Rohrkabel liegt in der höheren zulässigen Leitertemperatur. Hierdurch ist die Übertragungsfähig-keit bei gleichem Leiterquerschnitt größer.

Praxistauglichkeit des Kabels in zwei Fällen erprobt
Das Rohrkabel wurde erstmals zwischen einem 110-kV-Blocktransformator und einer Freiluftschaltanlage eingesetzt, um ein knapp 500 m langes Gasaußendruckkabel zu ersetzen. Im Zuge der Sanierung wurden überflüssige Rohrbögen bereinigt, der Auftei-lungskopf in der Erde neu montiert und die Einzeladern erdverlegt. Das Bereinigen des Rohrverlaufs verringerte die Winkelsumme der Rohrbögen merklich, was die erforder-liche Kraft zum Einziehen des Rohrkabels senkt. In diesem Fall wurde ein weiterer Vor-zug des Rohrkabels genutzt: Es verlangt keine Gasdichtigkeit und die 110-kV-Kabel können problemlos als Erdkabel verlegt werden.

Eine zweite Installation des Rohrkabels inklusive Verbindungsmuffen dient der 960 m langen Verbindung zwischen einer Freiluftschaltanlage und einer Freileitungsmastauf-führung. Hier erfolgte die Demontage des alten Druckkabels ohne Veränderung des Stahlrohrs. Weitere Projekte sind in Vorbereitung. Über die Erfahrungen informiert das Nexans-Team u. a. auf der Hannover Messe (16. bis 20. April) in Halle 12 an Stand D06.

*) VPE = Vernetztes Polyäthylen; **) LWL = Lichtwellenleiter

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